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Jurbarkas

Litauen, Jurbarkas
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"Jurbarkas" (deutsch "Georgenburg", russisch "Юрбург" - "Jurburg") ist eine Kreisstadt im Südwesten von Litauen. Sie liegt an der Mündung der Mituva in die Memel (litauisch "Nemunas").

Aus der Stadtgeschichte
Die Memel bei Jurbarkas
Hölzerne Synagoge in Georgsburg im 19. Jahrhundert
Der Name Jurbarkas stammt von der deutschen Bezeichnung "Georgenburg" (auch "Jurgenburg"). Eine erste Nennung dieser Burg 1259 lässt sich nicht eindeutig lokalisieren - diese Burg war nicht von langer Dauer (bis 1260). Im Bereich des heutigen Jurbarkas erbaute der Deutsche Orden 1343 am rechten Memelufer eine Festung http://www.piliakalniai.lt/piliakalnis.php?piliakalnis_id=114, die neben der Bayerburg einen der Vorposten an der Grenze zu Litauen bildete. 1384 wurde sie vom Großfürsten Vytautas erobert und abgebrannt, 1387 von den Ordensrittern wieder aufgebaut. Bis etwa 1396 wurde die Burg als Bayerburg bezeichnet (nachdem die eigentliche Bayerburg beim heutigen Maštaičiai 1387 aufgegeben worden war). 1403 wurde sie von Vytautas ein weiteres Mal, diesmal letztgültig nieder gebrannt.

Die heutige Stadt Jurbarkas entstand nach dem Frieden von Melnosee ab 1422 als litauische Grenzsiedlung unterhalb des alten litauischen Burgberges Bišpilis (Burg "Kolainiai", 1291 aufgegeben) http://www.piliakalniai.lt/piliakalnis.php?piliakalnis_id=113. 1611 erhielt der Ort die Stadtrechte. 1795 wurde Georgsburg nach der Dritten Polnischen Teilung vom Russischen Reich annektiert und gehörte zwischen 1843 und 1915 zum Gouvernement Kowno. Die günstige Lage an der Memel hatte bis zum 19. Jh. für ein kontinuierliches Wachstum der Stadt gesorgt, nach dem Bau von Eisenbahnen stagnierte die abseits gelegene Stadt.

Jurbarkas war viele Jahrhunderte eine Gemeinde, in der sich viele Nationalitäten ansiedelten und auch vermischten. Besonders groß war die Gruppe der Juden im Ort, für das Jahr 1862 werden 2.550 jüdische Bürger angegeben. Diese besaßen einen eigenen Friedhof und eine eigene Synagoge. Während des Ersten Weltkrieges emigrierten viele Juden, einige kamen anschließend zurück. 1940 besetzte die Sowjetunion Litauen, jüdisches Eigentum wurde eingezogen und ihre Kultur unterdrückt. Schließlich wurde Jurbarkas im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Truppen besetzt und weitere Einwohner der Stadt kamen ums Leben. In den 1990er Jahren errichtete die Stadt den Opfern des Holocaust ein Mahnmal.

Jurbarkas heute
Bedeutende Gebäude sind das Rathaus, eine Stadthalle aus den 1970er Jahren sowie Schulen und Sportanlagen.

Durch den Bau einer Brücke über die Memel im Jahr 1978 bekam die Stadt eine gute Verkehrsanbildung an das Straßennetz.

Handel, Handwerk, Holzverarbeitung, Landwirtschaft mit den weiterverarbeitenden Einrichtungen (Molkerei, Fleisch- und Wurstfabrikation) bilden mit etwa 8.000 Arbeitsplätzen den Schwerpunkt der Wirtschaft in Jurbarkas.

In der Stadt gibt es ein Bildhauermuseumhttp://www.muziejai.lt/Jurbarkas/VGrybo_memo_muziejus.en.htm, ein Museum für Landeskundehttp://www.muziejai.lt/Jurbarkas/istorijos_muziejus.en.htm, Bibliotheken, Sport- und Erholungseinrichtungen sowie zahlreiche Vereine und Folkloregruppen.

Jurbarkas unterhält mit der deutschen Stadt Crailsheim und mit dem Berliner Bezirk Lichtenberg Städtepartnerverträge.

Quellen
* Jurbarkas in der englischen Wikipedia



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 16.12.2018 06:23 von den Wikipedia-Autoren.
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