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Ourense

Spanien, Ourense
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"Ourense" (span. "Orense") ist eine Stadt im Nordwesten Spaniens. Sie ist Regierungssitz der gleichnamigen Provinz und liegt nördlich von Portugal in der Autonomen Region (span. "Comunidad Autónoma") Galicien (span. "Galicia") am Fluss Miño. Ourense ist nach Vigo und A Coruña die drittgrößte Stadt in Galicien.



Name
* "Orense" ist von der Königlich Spanischen Akademie (span. "Real Academia Española") akzeptiert und kann von der spanischsprachigen Bevölkerung in nicht-offiziellen Dokumenten verwendet werden.
* "Ourense" ist der offizielle Name der Stadt, wie er von der "Xunta de Galicia" anerkannt wurde.

Der Name der Stadt leitet sich möglicherweise von "„la ciudad del oro“" ("Auriense", die Stadt des Goldes) ab und beschreibt die enormen Vorkommen des Edelmetalls, das am Fluss gefunden werden konnte. Eine weitere Theorie besagt, dass die Römer der Stadt den Namen "Aquae Urentes" (brennende Wasser) wegen der "As Burgas" genannten Schwefelquellen gaben. "Burgas" wiederum entstammt wohl dem lateinischen "burca" für „Becken“.

Geographie

In und um Ourense treten drei heiße Quellen am Flussufer des "Miño" aus, die als "As Burgas" bekannt sind. Der Fluss verläuft durch die Provinz Ourense und etwa in der Mitte seines Verlaufs durch die Stadt selbst. Die vorgelagerte Strecke, von "Peares" bis in die Nähe von Ourense, wird durch ein Tal gebildet, dass ungefähr 300 m breit ist und an dem man wunderbare Aussichtspunkte und große landschaftliche Schönheit findet. Am linken Flussufer erhebt sich der Montealegre, an den sich die Stadt schmiegt, und der das Tal nach Osten hin verschließt. Die Berge in der Region sorgen für ein Mikroklima, am Übergang von den am Atlantik gelegenen "Rías Baixas" und dem kontinentalen Klima des Binnenlandes, dass von nasskalten Wintern und extrem heißen, aber auch schwülen Sommern geprägt ist.

Geschichte
"Puente Romano"
Die Römer ließen sich in dem Gebiet des heutigen Ourense nieder, da sie die heißen Quellen als Thermal- und Heilbrunnen schätzten. Sie errichteten eine Brücke über den Fluss, die "Puente Romano" (gal. "Ponte Vella" für „Alte Brücke“), und schufen damit einen wichtigen Verbindungsweg.

Im 4. Jahrhundert wurde Ourense Bischofssitz. Als Hauptstadt des Königreiches der Sueben erlebte Ourense im 5. und 6. Jahrhundert eine Blütezeit. Der Suebenkönig Teodomiro (gest. 570) baute nach seinem Übertritt vom Arianismus zum Katholizismus die erste Kathedrale von Ourense. Ständige Raubzüge der maurischen Eroberer unter Abdelaziz und dem Almansor sowie der Normannen verwüsteten die Stadt so sehr, dass sie mehrere Jahrhunderte fast unbewohnt blieb. 1071 unter dem persönlichen Schutz von Sancho II. (Kastilien) (1038–1072) gelang der endgültige Wiederaufbau. Als Bischofssitz erlangte die Stadt in den folgenden Jahrhunderten Bedeutung als geistliches Zentrum, aber zunehmend auch als Handelsstadt. Im 13. Jahrhundert war Ourense aufgrund der geografischen Lage und durch seine große jüdische Gemeinde ein wichtiges Handelszentrum in Galicien. Der wirtschaftliche Niedergang setzte nach der Vertreibung der ourensanischen Juden im Jahre 1492 durch die Katholischen Könige ein. In den nachfolgenden Jahrhunderten nahm die Bedeutung Ourenses stetig ab.

Bis zum 18. Jahrhundert gab es herrschaftliche Rechtsstreitigkeiten; trotzdem gedieh zu dieser Zeit der Handel mit Wein und Öl. Im 19. Jahrhundert stieg die Bedeutung der Stadt weiter, vor allem wegen neuer Verkehrswege.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte die Stadt eine bedeutende Rolle in der Verwaltung, im Verkehr und beim Handel. Die neue Brücke "Ponte Nova" und eine kleine Industriezone bildeten die Grundlage für die Entwicklung im Viertel von "Ponte", aber auch die Infrastruktur in der historischen Stadt wuchs weiter. Eine lokale Zeitung und die Sparkasse "Caixa de Aforros" wurden gegründet, der Kultur- und Freizeitbereich entwickelte sich.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beendete man den Bau der Bahnstrecke Ourense–Zamora und schuf durch den Bau einer neuen Brücke einen weiteren Zugang nach Galicien. 1959 wurde mit der Sierra-de-la-Culebra-Linie eine schnelle Eisenbahnverbindung nach Madrid geschaffen.
Diese Maßnahmen führten zu Wirtschaftswachstum, vermehrter Nachfrage nach Arbeitskräften und zu einer Ausweitung des Wohnmarktes.



Sehenswürdigkeiten
Park As Burgas
Die Kathedrale von Ourense
* ""As Burgas"": Quellen aus Thermalwasser (64–88º) silikatiert, fluoriert, lytiniert und hyperthermal, anwendbar für verschiedene Dermatosen. Im Garten des unteren Teils befindet sich die "Burga de Abaixo" („Unteres Becken“), ein Brunnen im späten Neoklassikstil, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts entworfen wurde. Er besteht aus drei Körpern und einem antiken Stadtwappen. Wenn man die Treppen hinaufsteigt, kommt man an einen Teich mit zwei Skulpturen: "A casa da nube" („Das Haus der Wolken“) und "Calpurnia Abana". Im oberen Teil befindet sich die "Burga de Arriba" („Oberes Becken“), ein Brunnen im Volksstil des 17. Jahrhunderts. Rechts befindet sich eine Nachbildung der 4 in der Stadt gefundenen Altäre.

* "Die Kathedrale": Romanischer Übergangsstil (12. und 13. Jahrhundert) mit beträchtlichen compostelanischen Einflüssen. Sie hat einen Grund aus lateinischem Kreuz, drei Schiffe, Kreuzgang von einem einzigen Schiff mit vier Abschnitten und Kreuzgewölbe. Der "Pórtico do Paraíso" („Säulengang des Paradieses“) wurde im 16. Jahrhundert umgestaltet, als das Sterngewölbe eingerichtet und die originalen Giebelfelder beseitigt wurden. Der Altaraufsatz des Altarraums ist das Werk von Cornelius aus Holland und stellt Szenen des Lebens von Maria und Jesus dar. Es wird mit weißen Figuren vervollständigt, die im 19. Jahrhundert wiederbemalt wurden, als die ganze Einheit restauriert wurde, und ihr die Sensation von Alabaster verliehen wurde. Das Kathedralemuseum bewahrt das Prozessionskreuz (das Enrique de Arfe zugeschrieben wurde), das Kreuz aus Gagat (von einem Atelier aus León), das Aurienser Messbuch, der Schatz des Heiligen Rosendo und die Prozessionsmonstranz.

* ""A Ponte Vella"": Von der ersten römischen Brücke der Epoche von Augustus bleiben nur einige Steine. Durch den Ort führte eine Zweigstrecke der Römerstraße XVIII des Reiseplans von Antonino. Im 13. Jahrhundert wurde sie wiederaufgebaut, wobei man ihr das heutige Profil mit dem Spitzbogen verlieh, aber es dauerte bis in das 17. Jahrhundert, bis Melchor de Velasco sie zu ihrer heutigen Form vollendete. Der Turm, der im Stadtwappen erscheint, wurde im 19. Jahrhundert zerstört. In der Nähe der Brücke befindet sich die "Capilla dos Remedios", eine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert.

* ""Santa María Nai"": Die mögliche Position der ursprünglichen Kathedrale von Ourense. Verwüstet und wiederaufgebaut im Jahre 1084 wie eine Seiteninschrift bekundet. Diese Kirche wurde im Jahre 1722 zerstört, um sie im Barockstil neu zu errichten. Von der ersten Basilika bleiben nur einige Säulen und ihre Marmorkapitelle im zweiten und dritten Teil.

* ""Santa Eufemia"": Die Kirche des antiken Jesuitenklosters wurde durch eine private Stiftung finanziert. Ihr Bau wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts begonnen, aber die Vorderseite erst ein Jahrhundert später beendet, wie die Inschrift an der Türe zeigt. Sie ging an die katholische Kirche über, als der Orden aufgelöst wurde, und wandelte sich in Pfarrkirche um. Ihre Vorderseite ist im Stil des Barock gehalten und zeichnet sich durch Pracht, Verwendung der Kurvenlinien und Lichtspiele mit Ein- und Austritten aus. Sie passt sich durch eine konkave Form an die umliegenden Gestaltungsformen an. Die Giebel und das Giebeldach sind in Kreuzform geteilt. Ihr Erbauer ist Plácido Iglesias. Im Inneren findet man einen Grund aus lateinischem Kreuz mit drei Längsschiffen. Ein großer Barockaltar steht vor der Kirche mit dem "Cristo da Esperanza" („Christus der Hoffnung“) in der Mitte. Es ist nach der Kathedrale die größte Kirche der Stadt.

* ""Santo Domingo"": Ebenfalls durch eine Privatstiftung finanziert, wurde dieses Dominikanerkloster im 17. Jahrhundert gebaut, wobei man die umgekehrt orientierte Kirche im Stil der Renaissance bewahrte. Sie hat eine schlichte Vorderseite mit einem Portal, das durch geriefelte Säulen umrahmt ist. Darüber befindet sich ein Giebeldach mit einem kreisförmigem, unbearbeiteten Wappen mit einer Königskrone. Diese Einheit endet mit einigen kleinen Pyramiden. Die Gründung aus einem lateinischen Kreuz besteht aus einem einzigen Längsschiff, das von einem Kreuzgewölbe abgedeckt wird. Im Transept befindet sich eine Kuppel über Einsätzen. Es gibt dort interessante barocke Altaraufsätze.

* ""San Francisco"": Die Kirche der Franziskaner wurde im 14. Jahrhundert oberhalb der Stadt erbaut. Von ihr ist noch der Kreuzgang erhalten. Im Jahre 1929 versetzte man sie in den Park von "San Lázaro". Die Vorderseite zeigt im oberen Teil eine Rosette und im unteren zwei Strebebögen, die ein dreifaches Gesims einrahmen. Sie hat Säulen mit glattem und geriefeltem Schaft, sowie pflanzenähnliche, tierähnliche und auch menschenähnliche (Dudelsackpfeifer) Kapitelle. Im Inneren befindet sich, abgesehen vom Altarraum, eine Holzdecke. Dort ist die Decke spitzförmig. Im Hauptteil gibt es verschiedene Grabstätten.

* ""Palacio de Oca-Valladares / Liceo"": Ein altes Adelshaus und einer der wichtigsten Paläste der Renaissance in Galicien, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er hat eine Vorderseite über zwei Stockwerke, mit fünf Wappen von verschiedenen galicischen Familien im Zentralbalkon. Diese wiederholen sich im inneren Säulenhof. Seit dem Jahre 1850 ist es der Sitz eines der ältesten Kulturvereine der Stadt, der "Liceo Recreo".

Freizeitaktivitäten in und um Ourense

* "Wanderrouten:" Ufer des Miño; in der Nähe von Ceboliño; Bamio-Mende; Ourense-Santa Mariña; Ourense-Montealegre; in der Nähe von Rabodegalo; As Carballas-Ruinen des Klosters Santa Comba de Naves.

* "Aussichtspunkte:" Am Fluss Loña; im Bereich von Costa de Canedo, Castro de Beiro, Cabeanca und Palmés; in der Nähe von Reza; Montealegre.

* "Bäder:" Park des Miño; Garten von Posío; die Allee des Gemeindebezirkes; "Parque San Lázaro"; "Parque da Ponte"; "Parque das Mercedes"; Gemeindeschwimmbäder von Oira; Flussstrand des Flusses Miño (linkes Flussufer zwischen der "Ponte Nova" (Neue Brücke) und der "Ponte Vella" (Alte Brücke)).

* "Thermalbäder:" "As Burgas" (Brunnen mit Thermalwasser zwischen 64º und 88º Grad; "Burga de Arriba", Brunnen im Volksstil vom 17. Jahrhundert; "Burga de Abaixo", im unteren Garten (in diesem Jahrhundert entworfen); Wasserquellen von Mende; Wasserquellen von Caldas; Wasserquellen von Campo de Reza und O Tinteiro; Casa de Baños (Badehäuser); die Bäder von Outeiro.

* "Vertretene Sportarten:" In "Salto de Velle" (Kanufahren, Wassersportarten, ...); Rockodrom im Sport-Gemeindepavillon; Golf (Golfklub Montealegre, 7 km von der Stadt entfernt); Laufen in San Martiño (im November).

Feste und Veranstaltungen

* "Volksfeste:" Das Fest zu Ehren der Jungfrau von Remedios (gal. "Virxe dos Remedios", in der Kapelle von Remedios am 8. September); Fest zu Ehren der Jungfrau von Covadonga (gal. "Virxe de Covadonga", in der Kapelle von Covadonga am 8. September); in der Kapelle von Portovello feiert man das Fest zu Ehren der Jungfrau von Portovello (gal. "Virxe de Portovello") am letzten Wochenende im Mai; in "Cabeza de Vaca" ist am 11. Juli das Fest zu Ehren des heiligen Benedikt; das Fest zu Ehren "Nosa Señora da Saúde" in "Abeleira de Castro" am zweiten Wochenende im September; das Fest zu Ehren der Jungfrau von Candeas (gal. "Virxe das Candeas") in Cudeiro am 2. Februar.

* "Besondere Feste:" "Santa Cruz de Arrabaldo" am 1. Mai; "Nosa Señora Fátima" in Couto-Ourense im Mai; der heilige Antonius in "Vilar das Tres" am 13. Juni; Fronleichnamsfest in Ourense in der zweiten Hälfte vom Juni; der heilige Josef in Peliquín-Ourense am 24. Juni; der heilige Petrus in Cudeiro am 29. Juni; Sankt Jakob in Ponte-Ourense in der Woche vom 25. Juli; die "Santa Mariña" am 18. Juli; der "San Estevo" in Untes am letzten Wochenende im Juli; die heilige Marta in Velle am 29. Juli; der „Gute Jesus“ in Ceboliño am ersten Wochenende im August; das „Jesuskind“ in Rairo am ersten Wochenende im August; die Heilige María in Reza am 15. August; der heilige Rochus in Beiro am 16. und 17. August; der San Vitoiro in "Santa Cruz de Arrabaldo" am letzten Wochenende im August; der heilige Franziskus in Ourense am ersten Wochenende im Oktober; der heilige Martin; Magosto (Maronenfest) in Ourense Anfang November.

* "Gastronomische Feste:" "O Tinteiro" (das Tintenfass) in Ponte-Ourense am ersten Juli-Wochenende; Wettbewerb der Tortillas in Palmés am ersten Wochenende von August; Fest der Sardine in Ponte-Ourense am 10. und 11. August; "Festa da Unión" (Fest der Einigkeit) in Mariñamansa-Ourense am zweiten Wochenende im September; außerdem gibt es Märkte am 7. und 17. jeden Monats auf dem Marktplatz.

Sport
* "Fußball:"
Der größte Fußballverein der Stadt Ourense ist CD Ourense und spielt zurzeit in der spanischen Segunda División B. Die zweite Mannschaft CD Ourense B befindet sich in der Tercera División.

* "Basketball:"
Ourense Grupo Juanes geht in der LEB Plata, der 3. spanischen Basketball-Liga auf Punktejagd.

Söhne und Töchter der Stadt
* Julio Iglesias Puga (* 1915) - spanischer Gynäkologe und Vater von Julio Iglesias
* Miguel Ángel González (* 1947) - legendärer Torwart von Real Madrid und der spanischen Nationalmannschaft
* Elena Salgado (* 1949) - spanische Politikerin
* Miryam Gallego (* 1976) - spanische Schauspielerin
* Borja Fernández (* 1981) - spanischer Fußballprofi

Partnerstädte
* : Vila Real
* : Tlalnepantla de Baz
* : Quimper

Pfarreien



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 18.01.2020 15:05 von den Wikipedia-Autoren.
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