Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Paldiski

Estland, Paldiski
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  

"Paldiski", historisch "Rogervik" (schwed. "Rågervik") und "Baltischport" (russ. Балтийский Порт/"Baltijski Port"), ist eine Hafenstadt im Nordwesten Estlands im Landkreis Harju. Sie liegt rund 50 km westlich von Tallinn.

Geographie
Paldiski liegt auf der Halbinsel Pakri. Der Stadt vorgelagert sind die Pakri-Inseln.





Geschichte
Paldiski wurde als schwedisches Fischerdorf Rågervik gegründet. Nachdem Russland unter Zar Peter dem Großen das Baltikum erobert hatte, wurde 1718 in der Pakribucht der Grundstein für einen Flottenstützpunkt gelegt, dessen Bauarbeiten bis 1770 andauerten. 1761 wurde der Ort von Zarin Katharina II. in Baltischport (russ. Валтийский Порт/"Baltijski Port") umbenannt, woraus später der estnische Name Paldiski entstand, der 1933 offiziell wurde. 1783 erhielt der Ort die Stadtrechte verliehen. Paldiski war als eisfreier Hafen über eine lange Zeit "Haushafen" von Tallinn und Sankt Petersburg, vor allem im Winter. Deshalb wurde hierher auch die älteste Eisenbahnlinie Estlands geführt, die als Baltische Eisenbahn (Балтийская железная дорога) 1870 eröffnet wurde und Paldiski über Tallinn und Narva mit St. Petersburg verband.

Während der ersten Unabhängigkeit Estlands war Paldiski von 1922 bis 1939 Freihafen und ein vor allem bei Künstlern beliebter Ferienort.

Von 1939 bis 1989 war Paldiski zusammen mit den Pakri-Inseln wichtiger Militärstützpunkt und U-Boothafen der sowjetischen Streitkräfte und seit den 1960er Jahren Trainingszentrum für die Besatzungen nuklearbetriebener U-Boote. Die gesamte militärische Anlage umfasste eine Fläche von insgesamt 65 km². 1968 wurde ein 70-MW-Trainingsreaktor in Betrieb genommen, an dem die Bedienung eines U-Boot-Reaktors trainiert wurde. 1982 folgte ein zweiter 90-MW-Reaktor. Die Stadt war als so genannte "verbotene Stadt" von der zivilen Außenwelt quasi abgeschnitten, und die Einwohner benötigten Sondergenehmigungen, um sie zu verlassen. Für Außenstehende war es praktisch unmöglich, hineinzukommen.

Verlassene sowjetische Militäranlagen in Paldiski (1999)

Beide Trainingsreaktoren wurden 1989 endgültig abgeschaltet. Der Abtransport der abgebrannten Brennelemente wurde 1994 abgeschlossen. Die kernbrennstofffreien Reaktoren wurden in jeweils einen "Sarkophag" eingeschlossen. Aufgrund eines Abkommens zwischen Estland und Russland ging die Verantwortung für den Standort einschließlich der dort verbliebenen radioaktiven Abfälle und kontaminierten Einrichtungen am 30. September 1995 an Estland über. Hierzu wurde die Gesellschaft ALARA gegründet.

Estland war aufgrund seiner ökonomischen Situation und fehlenden Know-hows zunächst nicht in der Lage, die dringend anstehenden Aufgaben allein zu lösen. Auf Initiative des schwedischen Außenministeriums und des schwedischen Strahlenschutz-Instituts SSI wurde daher 1994 die Paldiski International Expert Reference Group (PIERG) gegründet, um die notwendige Unterstützung zur Beseitigung der ökologischen Schäden auf eine internationale Basis zu stellen.




Einwohnerentwicklung
Zu Sowjetzeiten lebten in Paldiski rund 16.000 Angehörige der sowjetischen Armee. Nach dem Abzug der Soldaten Anfang der 1990er Jahre sank die Zahl der Einwohner auf heute rund 4.000. Dennoch machen auch heute noch Russen den Großteil der Bevölkerung aus.







Kultur und Sehenswürdigkeiten





Bauwerke
In der Nähe von Paldiski steht die ehemalige Festung Rogervik, in der die Verurteilten der russischen Bauernaufstände von 1755–1756 und 1773–1775 inhaftiert waren. Zu den namhaftesten ehemaligen Insassen zählen Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow und Salawat Julajew.

Aus der Zeit der sowjetischen Besetzung zwischen 1941 bzw. 1944 und 1991 stammt eine Vielzahl heute ungenutzter militärischer Bauwerke, die in und um Paldiski verteilt sind.


Naturdenkmäler
Siehe Pakri-Halbinsel.




Wirtschaft und Infrastruktur
Heute ist Paldiski ein Stützpunkt der estnischen Marine, daneben aber auch ein bedeutender Exporthafen, der auch im Winter eisfrei bleibt. Der Südhafen von Paldiski ist seit 1993 Teil des Tallinner Hafenkomplexes. Umgeschlagen werden vor allem Ro-Ro-Fracht, Holz, Düngemittel, Altmetall und Torf. Es besteht regelmäßiger Frachtverkehr per See nach Großbritannien, Deutschland, Polen, Schweden und Finnland und auf dem Landweg (Straße und Schiene) nach Russland und in andere GUS-Staaten. „Paldiski North Port“ ist laut der HSH Nordbank „das größte private Infrastrukturprojekt im Baltikum“.

Windpark bei Paldiski (2006)

Paldiski ist an das estnische Schienennetz angeschlossen und wird von der Tallinner S-Bahn angefahren. Es bestehen auch Busverbindungen unter anderem nach Tallinn. Die estnische Reederei Tallink betreibt eine Fährverbindung zwischen Paldiski und Kapellskär in Schweden.

Zurzeit entsteht bei Paldiski ein zum Teil durch den Emissionshandel im Rahmen des Kyoto-Protokolls finanzierter Windpark. Der Energieertrag der Anlage soll 56.000 MWh betragen, was etwa ein Prozent des estnischen Stromverbrauchs abdeckt.







Persönlichkeiten


*Amandus Adamson, Bildhauer (* 12. November 1855 in Uuga Rätsepa nahe Paldiski, † 26. Juni 1929 in Paldiski)


eblink





Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 18.08.2019 04:29 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Wald, Radfahrer auf der Schnellstraße Via Baltica, kein Defizit im Staatshaushalt und Internet für alle per Gesetz. Ein paar estnische Kuriositäten im Überblick, für Jauchs "Wer wird Millionär" vielleicht nützlich... Oder Sie ziehen
"Wenn der Tod kommt, hat der Reiche kein Geld mehr, der Arme keine Schulden", heißt es in Estland, und wir deuten das jetzt mal so: Genießen Sie die Details, lassen Sie es sich, Ihren Begleitern und Gastgebern gut gehen, denn was soll das
Die Jakobskirche in Tapa"Tapa" (deutsch "Taps") ist eine Stadt im Norden Estlands 80 km südöstlich von Tallinn und Verwaltungssitz der Landgemeinde Tapa.GeschichteTapa ist Estlands wichtigster Eisenbahnknotenpunkt. Tallinn ist per Eisenbahn 77 km,
"Kehra" (deutsch "Kedder") ist eine Kleinstadt im Norden Estlands.LageKehra liegt im Kreis Harju. Die Stadt gehört verwaltungsmäßig zur Landgemeinde Anija. Sie liegt am Jägala-Fluss.GeschichteKehra wurde erstmals 1241 im "Liber Census Daniæ"
"Rakvere" (deutsch "Wesenberg") ist eine Stadt im Norden Estlands, zu Füßen einer alten Burg des Deutschen Ordens, die den Namen Wesenberg trägt.GeschichteRakvere wurde 1250 als Wesenberg erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1302 Lübisches
"Paldiski", historisch "Rogervik" (schwed. "Rågervik") und "Baltischport" (russ. Балтийский Порт/"Baltijski Port"), ist eine Hafenstadt im Nordwesten Estlands im Landkreis Harju. Sie liegt rund 50 km westlich von
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Für viele deutsche Fußballfans kam die erste Saison der UEFA Nations League überraschend. Viel war nach der schlechten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 über die deutsche Mannschaft und deren desaströse Leistungen gesprochen
Bitcoin ist die Kryptowährung mit der weltweit höchsten Marktkapitalisierung (derzeit über 160 Milliarden US Dollar). Wie alle Kryptowährungen basiert Bitcoin auf einem dezentralen Buchungssystem zur Verarbeitung von Transaktionen. Der Coin hat
Die juristische Situation von Glücksspiel ist nicht einfach durchschaubar, sondern durchaus eine eher komplizierte Angelegenheit. Dass das so ist, liegt an der Tatsache, dass das Glücksspielmonopol beim Staat liegt. Diese Stellung regelt der Staat
Es gibt viele Gründe, warum Sie eine Brille tragen. Als Ausgleich einer Sehschwäche, zum Schutz vor Sonne oder als modisches Accessoire, eines können Sie nicht gebrauchen, alte, kaputte oder minderwertige Gläser. Somit ist die Zeit gekommen, neue
Es gibt unzählige Krypowährungen, wodurch es für Neulinge auf dem Kryptomarkt schnell unübersichtlich werden kann. Daher haben wir die wichtigsten Kryptowährungen für Sie zusammengefasst und erklären Ihnen, wie, wann und wo Sie diese kaufen sollten. Unser
Wenn Sie vielleicht den Online Sportwettenanbieter Sportingbet kennen, dann möchten Sie auch wissen wie seriös dieser Anbieter ist. Das Unternehmen gibt sich sehr kundenfreundlich und Sportingbet besitzt auch viele Kunden. Sie möchten einmal
Wetter

Tallinn


(18.08.2019 04:29)

-14 / -7 °C


19.08.2019
-14 / -4 °C
20.08.2019
-3 / 0 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Preisgelder der UEFA N ...
Bitcoin nimmt wieder F ...

Urlaub an der Mosel od ...
Auferstanden aus Rouen ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum